Rechtsformen – Gesellschaft mit beschränkterHaftung (GmbH)

Die GmbH ist nicht nur für Gewerbetreibende geeignet. Für Designer_innen ist die GmbH dann relevant, wenn ihr Umsatzvolumen bereits ein gewisses Ausmaß erreicht hat. Bei der Beliebtheit der GmbH (sie ist in Deutschland die mit großem Abstand am weitesten verbreitete Gesellschaftsform) spielt meist das Streben nach einer Haftungsbeschränkung eine große Rolle. Doch gerade diesen Punkt muss man sehr viel differenzierter sehen, als dies oft geschieht. Denn in der Praxis ist die beschränkte Haftung oft gerade nicht beschränkt. Unter bestimmten Voraussetzungen haften Sie als Geschäftsführer und / oder Gesellschafter trotz GmbH: etwa gegenüber dem Staat (für Steuern), den Sozialversicherungsträgern (für Sozialversicherungsbeiträge). Banken freuen sich über diese Rechtsform, da sie zwar Ihre Haftung gegenüber allen anderen Geschäftspartnern beschränkt, aber für Kredite verlangen sie persönliche Bürgschaften der Gesellschafter oder Geschäftsführer, wodurch diese dann doch wieder persönlich haften. Auch die Insolvenzantragspflicht (§ 64 GmbHG) hat es in sich. Andererseits gibt es auch bei den Rechtsformen mit voller Haftung durchaus Wege, die Haftungsrisiken zu minimieren, beispielsweise durch den Abschluss von Haftpflichtversicherungen mit ausreichender Deckungssumme. Wenn Sie sich für die GmbH entscheiden, müssen Sie sich sorgfältig mit Ihren Pflichten beschäftigen. Darüber hinaus sind die Gründungskosten (notarieller Vertrag, Eröffnungsbilanz etc.) nicht unerheblich.
 
Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft auf der Rechtsgrundlage des GmbH-Gesetzes (GmbHG) und kann auch als so genannte Einpersonen-GmbH geführt werden. Die GmbH ist formgebunden und bedarf zwingend eines schriftlichen Vertrages.
 
Die GmbH erfordert ein Mindestkapital von 25 000 Euro und muss ins Handelsregister eingetragen werden. Dieses Mindestkapital muss bei einer Einpersonen-GmbH auch tatsächlich vor der Eintragung in voller Höhe auf ein Girokonto der GmbH eingezahlt werden, ab zwei Gesellschaftern (zunächst) nur zur Hälfte. Das Geld muss aber nicht fest angelegt werden, sondern steht als Gesellschaftskapital durchaus für den operativen Betrieb der GmbH zur Verfügung. Es sollte allerdings bevorzugt in Anlagegüter (z.B. Maschinen) investiert werden, da es so weniger schnell schwindet.
 
Als Gesellschafter haften Sie nur mit Ihrer Kapitaleinlage und können sich oder andere als Geschäftsführer einsetzen. Die Gesellschafter üben Kontrollrechte über die Gesellschafterversammlung aus, auch ein Aufsichtsrat ist möglich. Die Gewinnbeteiligung erfolgt nach Höhe der Geschäftsanteile. Als Gesellschaftsname ist ein Fantasie-, Personen- oder Sachname vorgeschrieben mit dem Zusatz Gesellschaft mit beschränkter Haftung oder GmbH.
 
 


© 2017